Aktuell

Der faule SchnickMut zur Faulheit – warum wir nicht immer aktiv sein müssen

Müßiggang ist aller Laster Anfang. So oder so ähnlich lauten die Sinnsprüche, die uns in der Kindheit eingetrichtert wurden. Auch in den alten Märchen werden die Fleißigen belohnt und die Faulen bestraft. Solche Gebote setzten sich so hartnäckig in unserem Köpfen fest, dass auch heute noch der, der einfach mal eine Zeitlang müßig ist, als unnütz gilt und von der Gesellschaft schnell als „Versager“ abgestempelt wird. Deswegen arbeiten viele Menschen lieber unglaublich hart daran, der Faulheit zu entrinnen. Und wenn es nur der reine Aktionismus ist, der sie auf Trab hält.

Muße – die Schwester der Freiheit

Irgendetwas tun ist schließlich besser als Nichtstun. Wir gönnen uns die Muße nicht. Die alten Philosophen wussten es besser: Dem Sokrates galt die Muße als die „Schwester der Freiheit“. Diogenes, der Philosoph in der Tonne, war demnach ein Musterexemplar an Tugend: er lebte und liebte den Müßiggang – und seine Freiheit.

Als Alexander der Große im Krieg gegen die Perser zum Oberfeldherren ernannt wurde, machten ihm alle Männer von Rang ihre Aufwartung. Nur Diogenes blieb fern. Also suchte Alexander den Philosophen auf. Der lag, wie fast immer, müßig in der Sonne. Alexander befragte ihn nach seinen Wünschen. Diogenes entgegnete schlicht:

Geh mir nur ein wenig aus der Sonne!“

Der griechische Feldherr soll daraufhin so beeindruckt von der Geisteshaltung des Diogenes gewesen sein, dass er spontan ausrief:

Wahrlich, wäre ich nicht Alexander, ich möchte wohl Diogenes sein!“

Beschleunigung bis zum Burnout

Muße und Müßiggang – das sind in unseren Ohren nur noch altmodische Worte. Ihre eigentliche Bedeutung ist uns schon beinahe abhandengekommen. Dabei haben sie die Geschichte der Menschheit weit stärker geprägt als die protestantische Arbeitsmoral, die erst mit der Neuzeit in Mode kam.

Spätestens seit der Industrialisierung galt es, wie ein Hamster im Laufrad zu strampeln - immer schneller. Der Fleiß war die Quelle des Wohlstandes und des Fortschritts. Es dauerte nicht lange, bis daraus Stress wurde. Eine Zeitlang galt es als schick und ehrenwert, gestresst zu sein. Dann wuchs sich die ständige Dauerbelastung zu einem bis dahin völlig unbekannten Phänomen mit verheerender Breitenwirkung aus: dem Burnout.

Dabei wurden doch viele wunderbare Dinge nur zu dem einen Zweck erfunden, nämlich uns zu entlasten und Zeit zu sparen. Und: Zeit zu gewinnen - Freizeit. Doch das Gegenteil war der Fall. Jede Erfindung, die zu einer Arbeitserleichterung führte, beschleunigte das Tempo der Gesellschaft weiter: der Buchdruck, das Automobil, die arbeitsteilige Fabrik, der Computer und das Internet.

Wir dürfen nicht einmal mehr in unserer Freizeit guten Gewissens faul sein. Ein Event jagt das andere und selbst im Urlaub ist Faulenzen verpönt. Man segelt und surft, spielt Golf oder Tennis, verausgabt sich beim Triathlon und klappert nebenbei noch im Zeitraffertempo alle Sehenswürdigkeiten vor Ort ab. Wenn dann schon mal gechillt wird, dann bitte irgendwie aktiv oder wenigstens kreativ.

TulpeFrühlingserwachen – nur etwas für Wintermuffel?

Die ersten Vorboten des heiß ersehnten Frühlings sind da: Schneeglöckchen, vorwitzige Krokusse und zwitschernde Vögelchen. Die Tage werden länger und die Sonnenstrahlen wärmer. Wir weinen dem Wintermantel und den dicken Daunen keine Träne nach und vermissen weder Eis noch Schnee!

Tante Emma Laden​Für 20 Pfennig Eiskonfekt - Tante Emma und das süße Glück der Kindheit

Tante Emmas Laden war ein kleines Paradies. Ihr Reichtum aus Kinderaugen unermesslich. Wertvolle Schätze türmten sich auf der Ladentheke. Riesige Gläser, bis zum Anschlag gefüllt: Saure Drops, bunte Bonbons und Liebesperlen, Eiskonfekt und hübsch dekorierte Pralinen. All die kostbaren Leckereien, die Kinderherzen höher schlagen ließen.

burnoutBurnout - wenn die Batterien leer sind

Burnout war bisher noch nicht als Krankeit anerkannt und wird daher gerne als Modeerscheinung unserer Zeit bezeichnet. Für all jene, die darunter leiden, ist eine solche Verharmlosung ein Schlag ins Gesicht, frei nach dem Motto: Wer den Schaden hat, braucht für den Spott nicht zu sorgen. Betroffenen wird unterstellt, dass sie dem Anpassungsdruck unserer Gesellschaft nicht gewachsen seien. Der schwarze Peter wird dem Menschen zugeschoben. Das krank machende System wird nicht in Frage gestellt, obwohl das Phänomen Burnout in einem bedenklichen Maße zunimmt. Im Jahr 2022 erscheint die ICD-11. Darin endlich wurde Burnout aufgenommen als Syndrom infolge von „Stress am Arbeitsplatz, der nicht erfolgreich verarbeitet werden kann“.

paper 3376854 640Gute Vorsätze für das neue Jahr - was ist daraus geworden?

2021 ist bald drei Monate alt. Viele von uns sind mit großen Plänen ins Neue Jahr gestartet: Mehr Sport machen, abnehmen oder endlich mit dem Rauchen aufhören...

Und - was ist daraus geworden? Hast du deine guten Vorsätze verwirklicht?

So viele Menschen schwören jedes Jahr wieder Stein und Bein darauf, dass sie es jetzt endlich tun: Ein paar Kilo abnehmen, ins Fitnessstudio gehen, weniger Süßigkeiten essen, sich überhaupt gesünder ernähren, weniger Alkohol trinken, sich mehr Zeit für das Hobby oder die Familie nehmen…

100 Dinge - der Film100 Dinge – was muss man besitzen, um glücklich zu sein?

Rund 10.000 Dinge besitzt Otto Normalverbraucher. Nur etwa 1.000 nennen die meisten Menschen in Afrika ihr Eigen. Einige Menschen versuchen sogar, mit noch viel weniger klar zu kommen: Sie reduzieren ihren Besitz auf die 100 notwendigsten Gegenstände. Was braucht man also wirklich zum Leben?

Allein in unserem Urlaubsgepäck befinden sich für gewöhnlich schon weit mehr als 100 Dinge. Die übrigen Habseligkeiten in unserer Wohnung – sie umfassen meist ein Vielfaches davon. Das glaubst du nicht? Zähl einfach mal nach: Bücher, Bekleidung, CDs, Küchenutensilien, Lebensmittel, Einrichtungsgegenstände. Und eben all die Kleinigkeiten, die sich über die Zeit so ansammeln. Vermutlich bräuchtest du mehrere Tage, um ein Inventar dieser Dinge zu erstellen.

Buy local kauf regionalClick & Collect - kauf Online, aber bitte regional!

Es war einmal. Damals als die Menschen noch selbst einkaufen gingen. Draußen - vor der eigene Haustür. In ganz realen Shops. Analog einkaufen war ein Erlebnis. Viel mehr als nur ein Click. In der Buchhandlung zum Beispiel. Man konnte die schönen Schmöker anfassen. Hinein schnuppern. Sich da und dort fest lesen, von den Buchtiteln im Regal inspirieren lassen. Sich kompetent beraten lassen. Gelegentlich kam man sogar mit Menschen ins Gespräch. Man plauderte über Bücher, Gott und die Welt oder verabredete sich gleich auf einem Kaffee.

followthewhiterabbitCyberwar – der virtuelle Krieg hat längst begonnen

Cyberwar - das klingt so irreal. Als sei der Begriff einem Science Fiction auf der Kinoleinwand entsprungen. Doch ist es längst bittere Realität. Die stille Bedrohung bahnt sich unbemerkt im virtuellen Raum an und wird erst durch die angerichteten Schäden greifbar real. Die traditionellen Schlachtfelder auf dem Land, zur See oder im Luftraum wurden um eine neue Dimension bereichert: Der Kriegsschauplatz des 3. Jahrtausends ist der virtuelle Raum.

Beichtstuhl

Beichtstuhl-Geheimnisse - wie die Kirche Kinder zu Sündern erzog

Papst Franziskus hatte in jungen Jahren ein Erweckungserlebnis im Beichtstuhl. Später erzählte er, er habe damals gespürt, dass er Priester sein musste, und nicht mehr daran gezweifelt. Solche erhabenen Erlebnisse sind im Zusammenhang mit der Beichte wohl eher die Ausnahme. Viel häufiger kommt es vor, dass die Kinder von damals bis heute unangenehme, widersprüchliche und mitunter sogar traumatische Erinnerungen an ihre Beichtstuhl-Erfahrungen im Herzen tragen.

Ausschnitt aus Albrecht Dürers Grafik Der Sündenfall: Die Schlange überreicht Eva die verbotene Frucht 1504Schlummert das Böse in jedem von uns?

Wir sind keine Mörder und die allermeisten von uns neigen vermutlich nicht einmal zur Gewalt. Und doch behaupten Philosophen seit Menschengedenken: Der Keim des Bösen schlummert in jedem von uns…

Viele Mörder waren einst vollkommen unauffällige Menschen. So wie wir. Vielleicht sogar gute Menschen. Jedenfalls so lange, bis sie eine furchtbare Tat begingen. Eine Tat, die ihr Leben - und das vieler anderer - aus der Bahn geworfen hat.

Apicius de re coquinariaDie Römer setzen kulinarische Maßstäbe

Die alten Griechen schrieben die Rezepte nicht auf. Daher wissen wir nicht, wie sie ihre Speisen zubereiteten. Erst die Römer dokumentierten ihre Kochkünste. Leider gingen die allermeisten Abschriften verloren. Nur die Kochbücher des Apicius, der zur Zeit des Kaisers Tiberius lebte, blieben erhalten: De re coquinaria (Über die Kochkunst).

Römische Fischsoße

Das Lieblingsgewürz der Römer war eindeutig Garum, eine vergorene Fischsoße aus gepökeltem und mit Enzymen fermentiertem Fisch - in der Herstellung ganz ähnlich wie die asiatische Fischsoße.

Archestratos von Gela Kulinarisches aus der Antike - überraschend modern

Schon unsere Vorfahren in der Antike tafelten gerne und das Thema Essen ist seit jeher ein gefundenes Fressen für für Philosophen und Poeten. Die Prunksucht der Reichen und Mächtigen bei Tisch bietet bis heute so manchen Anlass für Kritik. Doch viele Empfehlungen aus den Ernährungsratgebern der Antike sind immer noch überraschend zeitgemäß.

So frisch wie möglich und der Saison gemäß

Kauft die allerbesten Zutaten so frisch wie möglich und der Saison gemäß und bereitet sie schlicht zu.“

Hochwasser Nürnberg 19091909 - der Tag, als Nürnberg in den Fluten versank

Nürnberg im Winter 1909: Wochenlang hatte es geschneit, bis zu 40 cm hoch lag der Schnee. Dann begann es zu regnen. Die Schneeschmelze setzte ein. Der Boden war gefroren. Er konnte das Wasser nicht aufnehmen. Das floss auf direktem Wege in die Pegnitz und die verwandelte sich in einen reißenden Fluss.

An den Wehren und Wasserrädern verfing sich Treibzeug und staute das Wasser zusätzlich an. Die Flutwelle baute sich langsam auf. Allerdings schnell genug, um Gegenmaßnahmen zu verhindern. Sie erreichte in der Nacht vom 4. auf den 5. Februar 1909 ihren Höhepunkt.

Verheerende Hochwasser gab es schon früher, zum Beispiel 1595: Acht Menschen wurden damals am Henkerssteg von den Fluten mitgerissen. Doch keines erreichte den Wasserstand von 1909.

Winter früherWar der Winter früher wirklich besser?

Wenn das Quecksilber im Winter Plusgrade zeigt und der Schnee mehr als zwei Wochen ausbleibt, werden schnell die Unkenrufe laut: Es ist doch zu warm! Früher gab es so etwas nicht. Damals waren Winter noch richtige Winter. Aber stimmt das auch? Statistisch lässt sich diese Wahrnehmung nicht belegen. Unsere Erinnerungen an die Winter von früher sind trügerisch: Wir erinnern uns an eisige Dauerfrost-Perioden und gewaltige Schneeberge. Nicht an das Schmuddelwetter.